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Photo by ROBERT GRAHN / AFP

Ukraine-Invasion und Auswirkungen auf die Sportwelt

Die Welt befindet sich seit einigen Tagen in einer tiefen Krise. Auch die Sportwelt spürt die Auswirkungen des Konflikts in der Ukraine. Wir halten euch auf dem Laufenden mit allen News und Auswirkungen auf die Sportwelt.

12.03: Abramowitsch offiziell nicht mehr Besitzer des FC Chelsea

Nach Sanktionen der britischen Regierung gegen Roman Abramowitsch hat die Premier League reagiert und dem Oligarchen offiziell das Recht entzogen, Besitzer der „Blues“ zu sein. Genaue Konsequenzen für den Alltag des Vereins, der von Thomas Tuchel trainiert wird, werden sich wohl in den nächsten Tagen herauskristallisieren.

Die Sanktionen hatten unter anderem das Einfrieren von Geschäftskonten des FC Chelseas beinhaltetet. Der Verein kann aufgrunddessen aktuell weder Tages-Eintrittskarten und Merchandise-Artikel verkaufen, noch Spielerverträge verlängern oder Spielertransfers tätigen.

10.03: Russland organisiert eigene Paralympics

Nach dem Ausschluss russischer und belarussischer Athleten wird Russland vom 16. bis 21. März seine eigenen Paralympcis ausrichten. Das Event wird in Chanty-Mansijsk ausgetragen. Bis zu 70 Sportler sollen dort um Medaillen im Skilanglauf, Biathlon, Curling, Snowboard, Ski Alpin und Sledge-Eishockey wetteifern.

08.03: Premier League kündigt TV-Partnerschaft

Auch die Premier League reagiert auf die Invasion: Mit sofortiger Wirkung wurde der TV-Vertrag mit Okko Sport aus Russland gekündigt. Zudem spendet man eine Millionen Pfund zur Unterstützung der Menschen in der Ukraine.

08.03: Schottland vs Ukraine verlegt

Das Halbfinale der Playoffs für die verbleibenden WM-Plätze europäischer Teams zwischen Schottland und der Ukraine wurde, voraussischtlich auf Juni, verlegt. Der ursprüngliche Termin war für den 24. März vorgesehen. Im Finale am 29. März sollte es gegen den Sieger aus Wales gegen Österreich um ein WM-Ticket gehen. Auch das Finale wird dementsprechend verlegt.

07.03: Ausländische Spieler in Russland und Ukraine dürfen Verträge kündigen

Die FIFA gab am 07. März eine Sonderregel bekannt, nach welche Spieler und Trainer, die in russischen oder ukrainischen Vereinen unter Vertrag stehen, den Verein sofort verlassen dürfen und bei Kündigung des Vertrages bis zum 30. Juni für die neue Saison als vertragslose Spieler gelten. Damit können sie sich zur neuen Saison ohne Konsequenzen einen neuen Verein suchen.

03.03: IPC rudert zurück und bannt russische und belarussische Athleten

Das Internationale Paralympische Komitee gibt weniger als 24 Stunden nach seiner Entscheidung, dass russische und belarussische Athleten bei den Paralympics teilnehmen dürfen bekannt, dass diese Entscheidung zurückgenommen wird und die Athleten nun doch von den Spielen gebannt werden.

Die vorherige Bekanntgebung wurde in der westlichen Sportwelt heftig kritisiert, mehrere Teilnehmer hatten mit einem Boykott der Spiele gedroht.

02.03: Abramowitsch gibt Verantwortung ab und will Chelsea verkaufen

Am 26. Februar, kurz vor dem Carabao-Cup-Finale, das Chelsea am darauffolgenden Sonntag gegen Liverpool im Elfmeterschießen verloren hatte, zog sich Klubbesitzer Roman Abramowitsch, der dem russischen Präsidenten nahe stehen soll, von den Blues.

Am 2. März folgte die Nachricht, dass Abramowitsch den Klub verkaufen möchte. In einem Statement betonte der 55-Jährige, dass er stets aus Leidenschaft zum Verein gehandelt habe und diesen zum Wohle Chelseas geht.

01.03: Mehrere Verbände schließen russische und belarussische Sportler aus

Der Leichtathletik-Weltverband schließt alle russischen und belarussischen Athleten, Betreuer sowie Offiziellen ab sofort von allen seinen Veranstaltungen aus. Dasselbe gilt für Triathlon-Wettbewerbe, wie der Weltverband World Triathlon bekanntgab.

Sportler aus Russland und Belarus dürfen auch nach Entscheidung der International World Games Association an den World Games in Birmingham nicht teilnehmen.

Der Internationale Tennisverband ließ dagegen verlauten, dass Tennis-Profis aus den beiden Ländern weiterhin an Turnieren teilnehmen, alerdings nicht unter russischer/belarussischer Flagge. Daniil Medvedev darf als neue Nummer 1 damit auch an Grand Slams teilnehmen. Der Russische und der Belarussische Tennisverbands wurden dagegen suspendiert und dürfen bis aud Weiteres an keinen internationalen Wettbewerben mehr teilnehmen.

Ähnliches gilt für den Radsport. Der Radsport-Weltverband UCI bannte russische und belarussische Teams von allen Rennen. Russische Fahrer in anderen Teams dürfen weiterhin teilnehmen.

01.03: Gisdol tritt bei Lokomotive Moskau zurück

Der ehemalige Bundesliga-Trainer könne es mit seinem Gewissen nicht vereinbaren, auf dem Trainingsplatz Professionalitt einzufordern, während einige Kilometer weiter Befehle erteilt werden, die „die großes Leid über ein gesamtes Volk bringen.“

01.03: NHL beendet Zusammearbeit mit Russland

Die amerikanische Hockeyliga hat alle Geschäftsbeziehungen sowie die im Raum stehende Option, NHL-Spiele in Russland auszutragen, beendet. Russische Profis, die in der Liga spielen, sollen dagegen unterstützt werden.

28.02: Schalke beendet Zuammenarbeit mit Gaszprom

Seit 15 Jahren ist Gaszprom der Hauptsponsor von Königsblau. Dennoch setzte Schalke 04 ein Statement und kündigte am 24. Februar an, vorerst das Gaszprom-Logo vom Trikot der Knappen zu streichen. Wie es mit der Partnerschaft des Vereins und des russischen Unternehmens weitergeht, ist noch unklar.

Schalke 04, das in der vergangenen Saison aus der Bundesliga abgestiegen war, ist eigentlich auf die Millionen des Erdgasförder-Unternehmens angewiesen. Am 28. Februar verkündete der Verein dennoch, das man die Zusammenarbeit mit Gaszprom endgültig beendet.

28.02: EHF setzt Belarus-Spiele ab

Zwei internationale Handball-Partien wurden vom Europäischen Handball Verband aufgrund der aktuellen Situation abgesagt: das Champions-League-Gruppenspiel der Herren zwischen HC Meschkow Brest (Belarus) und HC Vardar Skopje (Mazedonien) sowie das EM-Qualifikationsspiel der Damen zwischen Griechenland und Belarus.

27.02: FA boykottiert Russland

Der englische Fußballverband gab bekannt, dass vorerst keine seiner Nationalauswahlen mehr gegen Russland antreten werde. Diese Entscheidung sei aus „Solidarität mit der Ukraine“ gefällt worden und betreffe alle Spiellevel und Altersklassen.

27.02: Nations-League im Volleyball verschoben, WM Russland entzogen

Die FIVB, Weltverband im Volleyball, hat zwei Spieltage der Nations League verschoben. Diese sollten ursprünglich in Russland stattfinden.

Einen Tag später folgte auch der Entzug der Volleyball WM der Herren, die eigentlich von Ende August bis Mitte September in Russland hätte stattfinden sollen.

27.02: Putin als Ehrenpräsident des Judo-Weltverbandes suspendiert

Putin gilt als Liebhaber des Sports, besitzt den schwarzen Gürtel und brachte es in jungen Jahren bis zum Leningrader Stadtmeister. Seinen Posten als Ehrenpräsident und Botschafter des Weltverbandes IJF ist er jedoch vorerst los. 2014 fanden die Weltmeisterschaften in Russland statt.

Der Taekwondo-Weltverband hat Putin am 1.03 zudem den schwarzen Ehrengürtel entzogen.

26.02: Wintersport-Verbände verbannen russische Flagge und Hymne

Nach dem Appell des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) haben sich der internationale Ski-Verband FIS und der internationale Biathlon-Weltverband IBU dazu entschieden, russische Flaggen und Hymnen bei ihren Veranstaltungen zu verbieten. Die IBU hat ihre Maßnahmen auch für Athleten aus Belarus geltend gemacht. Am 02.03 folgte die vorübergehende Verbannung aller russischen Biathleten aus allen internationalen Events.

Die Sportler der beiden Nationen dürfen nach wie vor unter ihrem Namen und dem Namen des Landes teilnehmen. Als Antwort auf die Sanktion gab der russische Biathlon-Verband am Sonntag, dem 27.02 jedoch bekannt, dass russische Athleten bis zum Ende der Saison nicht mehr an den Wettbewerben teilnehmen werden.

26.02: Polen-Boykott für Playoff-Spiel gegen Russland, Schweden und Tschechien ziehen nach

Am 24. März war das Playoff-Spiel zwischen Russland und Polen im Rahmen der WM-Qualifikation angesetzt. Die polnische Nationalmannschaft hat sich jedoch, mit klarer Unterstützung von Bayern-Star Lewandowski, dazu entschieden, nicht gegen das russische Nationalteam anzutreten.

Auch Schweden und Tschechien, die einem möglichen Playoff-Finale auf Russland treffen könnten, schlossen sich dem Boykott an. Die FIFA verhängte erste Sanktionen gegenüber Russland: Keine Heimspiele mehr für das russische Nationalteam, die Mannschaft darf nicht mehr unter dem Namen Russland, sondern nur unter dem Namen RFU antreten. Zudem wurden die russische Flagge und Nationalhymne gebannt, ein kompletter Ausschluss droht, falls sich die Situation nicht verbessert.

25.02: Formel-1-Rennen in Sotschi abgesagt

Auch die Verantwortlichen der Formel 1, der Motorsport-Weltverband sowie die Teams der Königsklasse des Motorsports reagierten.

Das für den 25. September angesetzte Rennen in Sotschi wurde vorerst gestrichen, da eine Austragung „unter den derzeitigen Umständen“ unmöglich sei.

25.02: Champions-League-Finale in Paris, Heimspiele aller Teams der Krisengebiete auf neutralem Boden

Eigentlich sollte das Finale der Champions League 2022 am 28. Mai in St. Petersburg stattfinden. Die Gaszprom-Arena war bereits Gastgeber von WM- und EM-Spielen in den vergangenen Jahren, darunter das WM-Halbfinale Frankreich und Belgien, das Spiel um Platz 3 zwischen Belgien und England 2018, sowie das Viertelfinale der EM 2020 zwischen der Schweiz und Spanien. Nun entzog die Uefa der Heimatstadt des russichen Präsidenten das Finale des prestigeträchtigsten Vereinswettbewerbs Europas. Stattdessen findet das Finale am 25. Mai in Paris statt.

Zudem müssen russische und ukrainische Klubs all internationalen Spiele in Uefa-Wettbewerben auf neutralem Boden austragen. Wie es sich mit den WM-Playoffs Ende März verhält, ist noch unklar. Sowohl die Ukraine als auch Russland kämpfen noch um ein Ticket für Katar 2022. Die Spiele fallen unter die Administration der FIFA.

Zuletzt aktualisiert: 12.03, 09:45 Uhr